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Aktuelle Informationen zum Kapitalmarkt von der Fürst Fugger Privatbank: Volatilität ist der Preis für Rendite

Märkte werten aktuelle Situation nicht als systemische Krise

Seit der Eskalation der geopolitischen Spannungen im Iran ist die zu Jahresbeginn noch positive Stimmung an den Märkten gekippt. Solche Episoden, in denen ein schwaches erstes Quartal eng mit abrupten Anpassungen verbunden war, gab es schon öfter – etwa die Dotcom-Korrektur Anfang der 2000er-Jahre, die Finanzkrise 2008 oder der Beginn der Pandemie im Jahr 2020. Nach der Pandemie kam eine ungewöhnlich schnelle und kräftige Erholung. Auf alle anderen Phasen folgten teils erhebliche Rückgänge. Die entscheidende Frage ist daher, ob es sich bei der aktuellen Entwicklung um den Beginn einer länger anhaltenden, schwierigeren Marktphase handelt – oder lediglich um eine temporäre Korrektur innerhalb eines grundsätzlich intakten Umfelds.

Wie sehen momentan eher eine Korrektur. Es fehlen die typischen systemischen Ungleichgewichte – etwa in Form exzessiver Überbewertungen im gesamten Markt oder als strukturelle Verwerfungen im Finanzsystem, wie z.B. im Vorfeld der Finanzkrise. Auch die Unternehmensbilanzen sind insgesamt robust: Trotz gestiegener Zinsen ist die Verschuldung in weiten Teilen tragfähig und die Ertragslage stabil.

Die historische Einordnung zeigt, dass über lange Zeiträume hinweg ein durchschnittlicher Rücksetzer im S&P 500 bei rund 14 Prozent pro Jahr liegt. Dem steht aktuell ein Rückgang von in der Spitze etwa 9 Prozent gegenüber. Die Märkte bewegten sich also bislang im Rahmen einer historisch normalen Schwankung. Die bestehenden Risiken sind dabei keineswegs zu vernachlässigen. Die aktuelle Situation wird von den Märkten aber bislang nicht als Beginn einer systemischen Krise gewertet. Kurzfristige Unsicherheit und erhöhte Volatilität bleiben bestehen, gleichzeitig eröffnen Rücksetzer aber auch Opportunitäten.

Investierten Anleger empfehlen wir, Ruhe zu bewahren und sich nicht von kurzfristigen Marktbewegungen leiten zu lassen. Für Anleger mit Liquidität kann es sinnvoll sein, selektiv günstigere Einstiegsniveaus zu nutzen. Dabei bleibt das Timing aber weiterhin anspruchsvoll. Anstatt auf kurzfristige Richtungsentscheidungen zu setzen, dürfte es vielmehr entscheidend sein, die zentralen Einflussfaktoren im Blick zu behalten – insbesondere Zinsen, Inflation und Liquidität. Auch wenn die Volatilität erhöht bleiben dürfte, spricht vieles dafür, dass sich die Märkte weiterhin in einem grundsätzlich intakten Rahmen bewegen. Wir müssen die Phasen der Unsicherheit und zwischenzeitliche Rückschläge als Teil eines derzeit normalen Marktverlaufs verstehen. Volatilität ist dabei kein Fehler im System, sondern der Preis für Rendite.

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