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Kapitalmarkt-News aus erster Hand – die Experten der Fürst Fugger Privatbank informieren: Zinsen rauf statt runter?

Anziehende Inflation untergräbt Zinssenkungsphantasien

Als das Jahr begann, gingen die Marktteilnehmer auf beiden Seiten des Atlantiks noch von Zinssenkungen ihrer jeweiligen Notenbanken aus. Davon ist nun jedoch keine Rede mehr, vielmehr steht in der Eurozone auf einmal die Möglichkeit von Zinserhöhungen im Raum. Auch in den USA wurden sämtliche Zinssenkungsphantasien aus dem vergangenen Jahr zurückgenommen, selbst wenn Zinserhöhungen noch nicht als konkretes Szenario gelten.

Durch den Iran-Krieg und den dadurch entstandenen Ölpreisschock sind die kurzfristigen Inflationserwartungen zuletzt spürbar gestiegen. Die aktuelle Ölpreisentwicklung sendet jedoch zwei Signale, die zumindest mittelfristig für etwas Entspannung sorgen könnten: Erstens geben die Stimmungsindikatoren derzeit Warnhinweise auf Übertreibungen beim Ölpreis. Dies kann tendenziell dämpfend auf die weitere Ölpreisentwicklung wirken. Das zweite Signal ist die aktuelle starke sogenannte „Backwardation“. Davon spricht man, wenn der Preis eines Öl-Terminkontrakts mit dem nächsten Fälligkeitstermin über dem Preis des Öl-Terminkontrakts mit einem späteren Fälligkeitstermin liegt. Das aktuelle Preisgefüge der Öl-Terminkontrakte zeigt, dass die Händler von Rohöl-Futures die derzeitige Panikstimmung nicht als dauerhaft ansehen. Historisch betrachtet waren solche Phasen mögliche Indikatoren dafür, dass die Höchststände beim Ölpreis nur temporär waren.

Besonders ins Auge fällt in diesem Zusammenhang der Renditeanstieg zehnjähriger Bundesanleihen: Die Niveaus sind so hoch wie zuletzt 2011. Wenn die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen charttechnisch die Marke von 3 Prozent nachhaltig übersteigen, rückt ein Renditeziel von bis zu 4 Prozent in Reichweite. Für Anleiheinvestoren würde dies Kursverluste bei den langen Laufzeiten bedeuten. Spiegelbildlich dazu bewegt sich der Bund Future auf einem neuen Mehrjahrestief – nach einer Seitwärtsbewegung über die letzten Jahre hinweg.

Anlegern raten wir, sich Unternehmensanleihen anzusehen: Unternehmensanleihen mit guter Bonität und kurzen bis mittleren Laufzeiten liefern solide Erträge, zeigen sich bei weiteren möglichen Zinsanstiegen deutlich stabiler und erlauben es, die Anlagestrategie flexibel an neue Marktchancen anzupassen. Im derzeitigen Umfeld ist dies ein überzeugendes Risiko Rendite Verhältnis.

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