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Kapitalmarkttrends fachkundig aufbereitet von der Fürst Fugger Privatbank: Halbleiterwerte – weiterhin interessantes Investment, aber die Luft wird dünner

Auf Rekordstände folgt Verkaufsdruck

Nach Kursgewinnen von teils mehreren 100 % seit Jahresbeginn sind die Speicherhersteller seit Ende Juni deutlich von ihren Höchstständen abgerutscht – zum Teil zweistellig. Hier zeigt sich hier ein Muster, das man von Nvidia und anderen KI-Highflyern kennt: Die fast senkrechten Anstiege der Bewertungen haben Fallhöhe aufgebaut. Wenn die Erwartungen hoch genug sind, genügt dann ein starkes Ergebnis allein nicht mehr. Die Aussicht auf ein strafferes geldpolitisches Umfeld belastet den Sektor zusätzlich.

Besser als reine Speicherwerte hat sich der Halbleiterindex SOX gehalten. Er umfasst auch Logikchips, Ausrüster und Auftragsfertiger. Hier stellt sich eher die Frage nach der Konzentration: In Südkorea bilden Samsung und SK Hynix zeitweise über 50 % des Aktienindex ab. Dieses Klumpenrisiko hat die jüngsten Kursstürze der beiden Titel voll auf den Gesamtindex durchschlagen lassen.

Ob ASML, STMicroelectronics oder SK Hynix: Wer in breite Technologieindizes investiert, kauft den Halbleitersektor längst mit. Das muss Anlegern bewusst sein. Die fundamentale Nachfrageseite ist stabil. Der Engpass bei High-Bandwidth-Memory (HBM), jenen gestapelten Speicherchips, die neben den KI-Beschleunigern sitzen, dürfte nach Einschätzung vieler Marktbeobachter noch über Jahre anhalten: Der Rechenbedarf durch KI wächst rasant, und je günstiger die Verarbeitung großer Datenmengen wird, desto mehr Anwendungen werden wirtschaftlich attraktiv. Letztendlich profitieren die Speicherhersteller auch von den hohen Infrastrukturinvestitionen der großen Cloud-Anbieter.

Investitionen in Halbleiter sind daher noch attraktiv, aber mittlerweile auch sehr teuer geworden, zumal in den Kursen bei aller KI-Nachfrage schon viel Optimismus steckt. Die Konsequenz lautet, zwischen dem hochzyklischen Speichersegment und breiter aufgestellten Ausrüstern oder Auftragsfertigern zu unterscheiden und selektiv zu investieren. Die KI-Nachfrage als solche wird anhalten. Die Frage ist eher, wie viel davon bereits in den Kursen eingepreist ist.

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