Für die Woche vom 06. – 10.07.2026
DAX
In den vergangenen Wochen hatten wir an dieser Stelle erwähnt, dass die ehemalige Seitwärtsspanne der deutschen Standardwerte auf der Oberseite bei 25.500 Punkten liegt. Dies war das ehemalige Allzeithoch. Am vergangenen Donnerstag wurde dieses nach schwächeren US-Arbeitsmarktzahlen und damit verbundenen Hoffnungen auf eine weniger restriktive Geldpolitik deutlich überwunden. Ein neues Allzeithoch ist eines der besten Signale der technischen Analyse. Sollte sich der Ausbruch über die Marke von 25.500 Punkten als nachhaltig erweisen, so ist mit einer Fortsetzung des bestehenden Aufwärtstrends zu rechnen. Ein erstes Kursziel liegt bei der Marke von 26.300 Punkten. Auf der Unterseite gilt es, das Ausbruchslevel bei 25.500 Punkten nicht mehr zu unterschreiten.
Dow Jones Industrial
In den USA war die vergangene Handelswoche verkürzt, da am Samstag der Unabhängigkeitstag gefeiert wurde. Am Freitag blieben die US-Börsen geschlossen. Dennoch konnte der Dow Jones in der vergangenen Woche ein Plus von 2,0 % erzielen und mit 52.900 Punkten auf einem neuen Allzeithoch schließen. Er profitierte von der Stärke in Finanzwerten (+3,7 %), die mit einem Anteil von über 27 % den größten Sektor im Dow Jones darstellen. Aber auch die Sektoren Industrie (+1,4 %) und Gesundheit (+2,1 %) waren fest. Wie schon in der Vorwoche hielt die Sektorrotation die Aktienkurse im Rennen, gefragt waren die Magnificent 7, die bis dato nur eine flache Wertentwicklung in 2026 aufweisen und Software-Aktien, wo die Konsolidierung bereits fortgeschritten ist. Beide Kategorien sind technisch definitiv nicht überhitzt. Bei Halbleitern (-4,4 %) kam es zu Gewinnmitnahmen. Schwache Arbeitsmarktdaten machen Zinserhöhungen unwahrscheinlicher. Diese brachten den Dow Jones am Donnerstag zu einem neuen Allzeithoch und auch zu einem Schlusskurs über dem mittelfristigen (steigenden) Trendkanal, der sich aus den Verlaufshochs von November 2024 und Februar 2026 herleiten lässt. Für unseren Geschmack kommt das Überwinden recht spät, da die Markttechnik, wenn die Kurse weiter steigen sollten, bald in überhitztes Terrain vorstoßen wird. Deshalb halten wir das Aufwärtspotenzial aktuell für begrenzt. Der Trendkanal sollte für die Charttechniker noch längere Zeit relevant bleiben. Wir erwarten, dass der Dow Jones schon bald wieder unter diese Marke rutschen wird. Perspektivisch erwarten wir über den Sommer eine Zunahme der Volatilität, was die Wertentwicklung des Dow Jones belasten sollte. Unserer Meinung nach überwiegen aktuell die Risiken und Anleger sollten nicht zu optimistisch positioniert sein. Wir empfehlen mögliche starke Tage für Gewinnmitnahmen zu nutzen, da wir den Börsenverlauf der vergangenen Wochen als distributiv einschätzen. Einer positiven Börseneröffnung folgten eher schwächere Handelsverläufe. Die nächste wichtige Unterstützung liegt beim Allzeithoch vom Februar 2026 bei 50.168 Punkten sowie bei der 38-Tage-Linie (aktuell bei 51.096 Punkten).
Einschätzung
Aus unserer Sicht sollten die Marktteilnehmer ihren Fokus von der Chancenseite hin zu einer stärkeren Beachtung der Risiken legen. Einen Aufbau von Positionen würden wir aktuell nicht vornehmen, stattdessen sollten Marktteilnehmer darüber nachdenken Gewinne mitzunehmen. Der distributive Charakter der Börsenentwicklung in den letzten Wochen hat uns vorsichtiger werden lassen.