Für die Woche vom 05. – 09.10.2026
DAX
In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 25.231 Punkten und verlor 0,70 %. Damit entwickelte er sich etwas stärker als der Euro Stoxx 50. Das am Mittwoch beendete dritte Quartal schloss der DAX mit einem Plus von 0,81 % ab. Im Wochenverlauf verstärkten hohe Ölpreise die Inflations- und Zinssorgen. Am Freitag stützten sinkende Ölpreise und ein schwächer als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht die Erholung, weil sie die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen dämpften. Die Gewinnerliste der Vorwoche führten Infineon (+13,98 %), QIAGEN (+3,72 %) und Heidelberg Materials (+3,06 %) an. Die größten Verluste verzeichneten Bayer (-10,16 %), Commerzbank (-7,21 %) und Volkswagen-Vorzugsaktien (-5,91 %). Aus charttechnischer Sicht kehrte der DAX am Freitag über die Marke von 25.000 Punkten zurück. Zuvor hatte er am Donnerstag bei 24.832 Punkten sein Wochentief erreicht. Auf der Oberseite bildet das Freitagshoch bei 25.304 Punkten die erste Hürde. Ein Schlusskurs darüber würde eine Fortsetzung der Erholung bis zum Wochenhoch bei 25.617 Punkten ermöglichen. Darüber folgt die runde Marke von 26.000 Punkten. Auf der Unterseite bleibt der Bereich um 25.000 Punkte eine erste Orientierung, gefolgt vom Freitagstief bei 24.971 Punkten. Fällt der Index unter dieses Niveau, rückt erneut das Wochentief in den Blick. Dessen Unterschreiten würde die jüngste Stabilisierung infrage stellen. In der neuen Woche steht am Donnerstag der Bericht zur jüngsten geldpolitischen Sitzung der EZB im Mittelpunkt. Bereits am Mittwoch veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer September-Sitzung.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 1,3 %. Er schloss bei 51.177 Punkten und befand sich überwiegend im Konsolidierungsmodus, ehe ein positiver Freitagsverlauf die Verluste etwas eingrenzte. Ein hohes Renditeniveau, dass innerhalb der Woche bei US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit auf über 5,3 % anstieg, belastete die zinssensitiven Sektoren, die im Dow Jones zahlreich vertreten sind. Während der Technologiesektor (+1,4 %) zulegen konnte, mussten die anderen Sektoren mehrheitlich Kursverluste einstecken, angeführt von Gesundheit (-2,7 %) und Finanzwerten (-2,5 %). Schwächere Inflationszahlen und Arbeitsmarktdaten, ein sinkender Ölpreis, sowie taubenhafte (pro lockerer Geldpolitik) Kommentare von einzelnen regionalen Notenbankchefs reduzierten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Notenbanksitzung im Oktober, sie bleibt aber noch wahrscheinlich. Die Unterstützung bei 51.567 Punkten, die in der Vorwoche noch gehalten hatte, wurde letzte Woche unterschritten. Schließlich kam es am Donnerstag zu einem Test der Unterstützung bei 51.054 Punkten. Mit einem Intraday-Verlauf von 50.543 Punkten wurde damit das Wochentief erreicht. Der Dow Jones befand sich dort nur noch wenig über der 200-Tage-Linie (aktuell bei 50.359 Punkten), ehe Marktteilnehmer proaktiv auf diesem Niveau zukauften. Wir sehen das genauso, denn die attraktive Markttechnik könnte auch dazu führen, dass die 200-Tage-Linie erst gar nicht getestet wird. Wir sehen den US-Markt derzeit als attraktiv an und würden uns aktuell von einem Test der 200-Tage-Linie nicht nervös machen lassen, sondern dies als Chance zum Positionsaufbau nutzen. Die überverkaufte Marktindikation limitiert aus unserer Sicht das Risiko eines Positionsaufbau und damit das Abwärtspotenzial. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Konsolidierung inzwischen sehr weit fortgeschritten ist. Bleibt die Frage wie weit eine mögliche Rallye führen könnte? Die Widerstandszone im Bereich bei 52.000 Punkten, die sich zum einen aus dem Verlaufshoch bei 51.983 Punkten bzw. aus der Trendlinie von Mitte Mai 2026 bzw. Mitte Juni 2026 herleiten lässt, sollte aufgrund der Nähe und des technischen Rückenwindes kein größeres Hindernis darstellen. Wir sehen zunächst Potenzial bis zur 50-Tage-Linie (aktuell bei 52.718 Punkten) bzw. 38-Tage-Linie (aktuell bei 52.518 Punkten).
Einschätzung
Wir sehen die Konsolidierung inzwischen als sehr fortgeschritten an, so dass wir für die nächsten Wochen positiv gestimmt sind. Aktuell bieten die Aktienmärkte ein attraktives Chance-Risiko-Profil aus unserer Sicht. Dynamische Rallyeversuche würden wir als Indiz dafür sehen, dass die Börsenstimmung weiter positiv bleiben sollte. Ein sinkender Ölpreis und sinkende Renditen wären hierfür aus unserer Sicht wichtig. Schwache Erholungsversuche würden die Wahrscheinlichkeit auf eine lediglich technische Reaktion und auf eine Änderung der Großwetterlage an den Börsen geben. Die optimistische Grundhaltung der Marktteilnehmer an den Optionsmärkten könnte eine dynamische Rallye beeinträchtigen.