Was Diversifikation und Fußball-WM gemeinsam haben
Mit dem Sommer beginnt die Ferienzeit, und das bedeutet, dass man seinem Depot in dieser Zeit unter Umständen etwas weniger Aufmerksamkeit schenkt als im Rest des Jahres. Gerade in diesem Jahr wäre aber ein wenig Zuwendung kein Fehler: Die Erfahrung lehrt, dass in den Jahren, in denen in den USA Zwischenwahlen stattfinden, vor allem die Sommermonate von erhöhter Volatilität geprägt sein können. Und in einem solchen Zwischenwahljahr befinden wir uns.
Die pragmatische Lösung lautet, ein möglichst robustes und widerstandsfähiges Portfolio zu konstruieren, in dem das Anlagevermögen nicht nur auf verschiedene Assetklassen wie festverzinsliche Wertpapiere, Aktien, Edelmetalle oder alternative Anlagen aufgeteilt wird, sondern in dem die Anlageklassen auch miteinander harmonieren und sich gegenseitig ausbalancieren. Die Korrelation der Anlageklassen untereinander erhöht sich beispielsweise, wenn bei den Anleihen in eine minderwertige Kreditqualität investiert wird. Das kann zwar etwas mehr Rendite bringen, aber auch mehr Risiken. So ist es im Falle von Korrekturen an den Aktienmärkten wichtig, Bausteine im Portfolio zu halten, die mögliche Verluste aus dem Aktienbereich ausgleichen könnten.
Auch innerhalb des Aktienbereichs ist auf die passende Mischung zu achten: Mischt man gezielt unterschiedliche Stilrichtungen wie beispielsweise Value oder Wachstum und berücksichtigt auch noch unterschiedliche Anlageregionen und Unternehmensgrößen, dann reduziert man die Abhängigkeit von einzelnen Ländern, Branchen und Einzelwerten. Und das ist für den langfristigen Anlageerfolg entscheidend. Am Extrembeispiel Wirecard wird dies deutlich: Wer voll in das einstige DAX-Mitglied investiert war, durfte sich zwar anfangs über Kursgewinne freuen, musste dann aber auch die vollen Verluste hinnehmen. Besser hatten es da Anleger, die diversifiziert investiert hatten, beispielsweise mit einem Investment in den DAX. Für die war die Insolvenz eines einzelnen Unternehmens kein gravierendes Ereignis.
Eine weitere Möglichkeit, das Gesamtrisiko des Portfolios zu senken, sind Investitionen in Edelmetalle wie Gold. Gerade in einem Umfeld, das von weltweit steigenden Staatsschulden und einem vergleichsweise schwachen Wirtschaftswachstum in vielen Regionen geprägt ist, könnten sie einen echten Mehrwert bieten. Letztendlich ist es ähnlich wie bei der bald beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft. Auch da stellt kein Trainer der Welt nur Stürmer auf. Ein erfolgreiches Team besteht aus Torwart, Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Das ist auch für eine sinnvolle Diversifikation keine schlechte Empfehlung.